Rebecca - 1992/93 in einem Sozialzentrum in Belfast, Nordirland

Erfahrungen mit den paramilitärischen Organisationen

Neben der Arbeit, die manchmal nervenaufreibend ist, belastet mich außerdem die Präsenz der paramilitärischen Kräfte und ihre starke Akzeptanz in der Bevölkerung. Diese drückte sich zum Beispiel dadurch aus, dass Nachbarn, die sich durch den Lärm im Drop-In-Centre (unserem Jugendzentrum) belästigt fühlten, nicht etwa die Polizei, sondern die Ulster Defence Force informierten. Die U.D.F. stattete uns dann einen Besuch ab und drohte, das Centre abzubrennen, falls der Lärm nicht aufhören würde.

Diese Drohung und ein wenig später eingeworfenes Küchenfenster waren die Hauptgründe dafür, dass wir umzogen. Nun wohnen wir in einem Haus, das zehn Meter von der 'Peaceline', der Grenze zwischen Katholiken und Protestanten entfernt ist. Hier ist wesentlich weniger Fanatismus zu spüren als auf der Shankill Road, der Hochburg der protestantischen Paramilitärs, in deren Nähe wir tätig waren.

Weitere Beiträge zu "Freiwillige und ihr Umfeld - Fremd in der Fremde"

  • Philippe - 1991/92 in Belfast in einem Workshop für arbeitslose Jugendliche
  • Beate - 1998/99 in Pavlovsk bei St. Petersburg/Rußland
  • Joachim - 1995/96 in Olsztyn/Polen bei der Kulturgemeinschaft Borussia

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